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3 innere Schweinehunde, die du sicher gut kennst und wie du sie an die Leine legen kannst!

Geschrieben von Irene Fellner am Sonntag, 01 November 2015. erstellt in Ein glückliches mindset entwickeln

Was ich an Hand einer Flüchtlingswohnung gelernt habe... ☺

SchweinehundKennst du das? Du weißt genau, dass du etwas Bestimmtes tun solltest, aber du tust es einfach nicht! Es geschieht nicht. Alle deine „ich sollte“ und „ich müsste“ helfen nicht. Dann hast du gerade mit deinem inneren Schweinehunden Bekanntschaft gemacht... so wie ich und 1000 andere auch immer wieder. Aber heute möchte ich dir eine Erfolgsstory erzählen, die auch deine werden kann. Möchtest du wissen, wie ich gerade jetzt meine inneren Schweinehunde überwunden habe und wie du das auch schaffst? Dann lies weiter..

Eigentlich wollte ich ja anschließend an meinen letzten Blogbeitrag „Wie deine „innere gläserne Decke“ dafür sorgt, dass du dich so oft selber nicht anerkennen kannst!“ weiterschreiben. Ich wollte dir 6 Alarmsignale vorstellen, an denen du erkennen kannst, dass du deinem Glück (wieder einmal ;) ) selber im Wege stehst. Aus aktuellem Anlass schiebe ich heute aber eine kleine „Schweinehund – Geschichte“ ein. Ich hatte nämlich gerade aktuell eine ziemlich heftige Begegnung mit dieser Truppe, die du sicher auch sehr gut kennst!

Vielleicht hast du auf meiner Facebook Seite gelesen, dass wir am Wochenende eine große Wohnung hergerichtet haben, die ich mit meiner Familie einer syrischen Großfamilie zur Verfügung stelle. Heute bin ich sehr froh, dass ich mich dazu entschlossen habe, aber bevor ich das machen konnte, hatte ich erst eine recht heftige Begegnung mit meinen inneren Schweinehunden.

Schweinehund #1 hat gerufen:
„FÜR SO WAS HAST DU KEINE ZEIT!!!!!!“

Du hast so viel zu tun, du hast doch dafür gar keine Zeit! Du brauchst mehr Zeit für die Frauen mit denen du arbeitest und auch für deine Familie. Und du möchtest deine neue Homepage herrichten und dafür noch Dieses schreiben und Jenes suchen. Du willst Videos drehen, Podcasts aufnehmen, neue Seminare entwickeln, Blog Artikel schreiben, Urlaube planen.... und wann soll das alles bitte stattfinden, wenn du jetzt auch noch beginnst, dich um Flüchtlinge zu kümmern? No way! Du hast keine Zeit und aus!

Das war schon eine Herausforderung, denn so ganz unrecht hat er ja nicht ;), aber ich konnte ihn beruhigen. Kaum hatte ich allerdings #1 halbwegs im Griff, hat sich #2 lautstark gemeldet.

Schweinehund #2 hat gerufen:
„DU WIRST DIE GANZE ARBEIT ALLEINE MACHEN MÜSSEN!!!!!“

Du kennst das doch schon, da gibt es eine tolle Idee und alle sind Feuer und Flamme, aber am Ende bist immer du diejenige die alles machen und organisieren soll. Ich seh´ dich schon beim IKEA stehen und all die vielen Dinge kaufen, die für so eine Wohnung nötig sind. Dann kannst du das Ganze auch noch hinaufschleppen, montieren und aufstellen. .. und was das alles kosten wird! Oder du sitzt stundenlang am Computer oder hinter dem Telefon bis du alles beisammen hast. Und am Ende, wenn die Familien dann da sind, ja wer wird sich dann darum kümmern, dass sie ihre Papiere bekommen und die Behördenwege mit ihnen erledigen und die Schulen für ihre Kinder suchen? Oh ja, #2 hat mir ziemlich zugesetzt!! Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kam auch noch #3.

Schweinehund #3 hat geradezu geschrien:

„DU HAST KEINE AHNUNG UND DU KANNST DIE VERANTWORTUNG NICHT ÜBERNEHMEN“

Was weißt du schon über Syrer, über ihre Kultur, über ihre Art zu leben? Du hast keine Ahnung davon! Und wie willst du bitte mit ihnen sprechen? Vielleicht mit Zeichensprache? Und was, wenn sie sich nicht wohl fühlen? Oder wenn es Ärger mit den anderen Mitbewohnern im Haus gibt? Wenn ihre Kinder zu laut singen oder sie Dinge kochen, die nicht gut riechen. Als Frau hast du eh keinen Stellenwert, du kannst doch nicht dem syrischen Familienoberhaupt sagen was er tun darf im Haus und was nicht! Der wird die was husten! Was wenn das schief geht? Du trägst die Verantwortung dafür! Willst du wirklich? Oh Gott, an diesem Punkt war ich fast so weit, nicht mitzumachen und mich meinen inneren Schweinehunden geschlagen zu geben. Gott sei Dank ist mir dann doch noch eingefallen, was mir in solchen Momenten hilft.

3 Dinge die mir helfen, meine inneren Schweinehunde an die Leine zu legen und die auch dich dabei unterstützen werden

  1. Wahrnehmen was sich in mir abspielt und durchatmen
    Mittlerweile kenne ich mich ja doch schon eine Zeit lang und erkenne Gott sei Dank, wenn es wieder einmal so weit ist und mich meine Ängste einfach zu überrollen drohen. Denn meine inneren Schweinehunde sind nichts anderes als Ängste, die sich lautstark melden. Mein Nacken verspannt sich und ich fühle mich, als ob ich unter Strom stünde, oder mindestens drei Liter Kaffee getrunken hätte. Meine Gedanken beginnen zu rasen, genau so wie mein Puls. Ich spreche schnell, ich esse schnell, ich bewege mich fahrig und kann mich kaum mehr konzentrieren. Wenn das passiert, dann hilft am Besten: Augen schließen und atmen. So lange bis sich der Sturm in meiner Brust wieder gelegt hat und die Welle abgeklungen ist.

    Las deine Angstwellen abklingen und triff erst dann deine Entscheidungen!

  2. Mich an meine Werte erinnern

    Vielleicht ist dir aufgefallen, dass es sich bei dem was mir meine Schweinehunde zugerufen haben, ausschließlich nur um mich gegangen ist. Natürlich ist es wichtig, dass es mir gut geht und dass ich auch für mich sorge, aber es ist nicht das einzig was zählt. Wenn meine Angstwellen abgeklungen sind, dann kann ich mich wieder daran erinnern, was mir eigentlich wirklich wichtig ist: Mitgefühl,  Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit, Toleranz und ein liebevoller Umgang miteinander. Ein Teil meiner Berufung ist es, andere Menschen in ihrem Leben und in ihrer Entwicklung liebevoll und kompetent zu unterstützen. Ihnen Orientierung, Perspektive, Hoffnung und einen sicheren Platz für ihre persönliche Entfaltung zu geben. Die Formen, die diese Werte in meinem Leben annehmen sind sehr unterschiedlich. Flüchtlingen Zuflucht und einen Platz zum Leben zu geben, gehören seit kurzem in gewisser Weise auch dazu.

    Finde etwas, das wichtiger als deine Ängste ist!
  3. Vertrauen und springen „ Two Feet In“ wie meine Lehrerin zu sagen pflegt

    Das ist wie am Meer wenn die großen Wellen kommen: Nase zu und hineinspringen, die Augen schließen und vertrauen. Vertrauen auf einen Satz der mich seit vielen Jahren begleitet: „Du musst es nicht alleine machen!“. Vertrauen darauf, dass die Menschen, die mit mir diesen Schritt gehen wollen, mich auch tatsächlich unterstützen werden, dass alles im Leben gut und sinnvoll ist und jede gute Tat es einfach wert ist, getan zu werden. Vertrauen auf 100 Türen die aufgehen, wenn ich den ersten Schritt mit Überzeugung und Begeisterung setzte und 100 Hände, die zur rechten Zeit an meiner Seite sind. Vertrauen auf die innere Weisheit, die mich führt und auf die innere Kraft, die mich in jedem Moment meines Lebens leitet...

    Spring und mache den ersten Schritt!

.... und dann auf einmal geht es, und es geht ganz leicht,... und alle meine Lieben waren da und haben mitgeholfen, .. wunderbare neue Menschen haben uns unterstützt und wir konnten einer Familie ein neues Zuhause geben.

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